Nobelreisträger 1909 Prof. Dr. Karl Ferdinand Braun

… verlieh unserer Schule ihren Namen

Karl Ferdinand Braun – Hochschulprofessor, Forscher, Entdecker und Nobelpreisträger – gehört zu jenen genialen Männern des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, die schon in jungen Jahren Bahnbrechendes erdachten und erfolgreich praktisch anwandten. Die Ergebnisse dieses Wirkens kommen heute allen Menschen zugute.
Nach Schulbesuch und Abitur in seiner Heimatstadt Fulda studierte Ferdinand Braun Mathematik und Physik in Marburg und Berlin. Schon mit zwanzig Jahren begann er als Assistent an der Berliner Universität seine ersten selbständigen Untersuchungen »über den Einfluß von Steifigkeit, Befestigung und Amplitude auf die Schwingungen von Saiten«. Hierüber promovierte er 1872 zum Dr. phil. Kurz darauf war er als Assistent zwei Jahre an der Universität in Würzburg tätig.
Am 23. November 1874 gelang ihm als Lehrer an der Thomas-Schule in Leipzig der erste große wissenschaftliche Erfolg seines Lebens. Er entdeckte den Gleichrichtereffekt der Halbleiter, auf dem die heutige Elektronik beruht.
Mit 26 Jahren wurde Braun zum außerordentlichen Professor für theoretische Physik nach Marburg berufen, wechselte bereits 1880 nach Straßburg und wurde zwei Jahre später ordentlicher Professor an der Technischen Hochschule Karlsruhe. Dort beschäftigte er sich insbesondere mit Untersuchungen zur Physik der hohen Temperaturen, mit der Thermoelektrizität und der Entwicklung des elektrischen Pyrometers.
Mit 35 Jahren ging Braun nach Tübingen. Hier entwickelte er unter anderem das Braunsche Elektrometer (1891).
Im Jahre 1895 ging Braun nach Straßburg zurück und wurde dort 1905 Rektor der Universität. 1896 entstand seine berühmteste Erfindung, die Braunsche Röhre, eine Kathodenstrahlröhre zur Untersuchung der Form elektrischer Schwingungen, aus der sich die heutige Fernsehbildröhre entwickelte.
Eine weitere bedeutende Erfindung glückte Braun 1898 auf dem Gebiet der drahtlosen Nachrichtentechnik. Er konstruierte den Braunschen gekoppelten Sender, eine noch heute in allen Sendern und Empfängern gebräuchliche Ankopplung eines geschlossenen Schwingkreises an die Antenne. Hierfür wurde ihm – gemeinsam mit Marconi – 1909 der Nobelpreis verliehen.
Professor Dr. Karl Ferdinand Braun war Wissenschaftler, Techniker und Industrieller zugleich. Er gründete die Braun-Gesellschaft, die später zur Braun-Siemens-Gesellschaft erweitert und dann zu Telefunken fusionierte.
Im Jahre 1914 reiste Braun zu Verhandlungen nach Amerika. Er konnte während des Krieges nicht mehr zurückkehren. Er starb am 20. April 1918 in Brooklyn. Am 4. Juni 1921 wurde er in Fulda beigesetzt.

Im Jahre 1974 erhielt unsere Schule seinen Namen.