Das Können ist des Dürfens Maß“

Ferdinand-Braun-Schule Fulda verabschiedet 83 „Staatlich geprüfte Techniker/-in“

Zu Beginn der Ver­ab­schie­dung der dies­jäh­ri­gen Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten aus der Fach­schu­le für Tech­nik steht ein kur­zer reli­giö­ser Impuls von Dia­kon und Reli­gi­ons­leh­rer Horst Con­ze, der Text die Geschich­te vom blin­den Mann nutzt, um Mut zu machen und auf Jesu Fra­ge „Was soll ich dir tun?“ auf den Anstoß zur Selbst­klä­rung (eige­nen Gedan­ken, Gefüh­le, Urtei­le und Bedürf­nis­se sor­tie­ren) zu ver­wei­sen. Er rief dazu auf, Kol­le­gen, Freun­de und Fami­lie am Rand nicht zu über­se­hen und sie mit ehr­li­cher Ermu­ti­gung zu unter­stüt­zen. Außer­dem beton­te er, dass man eige­ne Zie­le ken­nen und sich bei schwie­ri­gen Situa­tio­nen wie Mee­tings, Prü­fun­gen oder Gesprä­chen inner­lich aus­rich­ten soll – dies könn­te zum Bei­spiel ein kur­zes Gebet vor wich­ti­gen Auf­ga­ben sein.
In der Begrü­ßungs­an­spra­che von Schul­lei­te­rin Ulri­ke Vog­ler wur­de der erfolg­rei­che Abschluss der Tech­ni­ke­rin­nen und Tech­ni­ker gefei­ert, wobei auch an die­je­ni­gen gedacht wur­de, die den gemein­sa­men Weg begon­nen, aber nicht bis zum Ende fort­ge­setzt haben.
Ober­stu­di­en­di­rek­to­rin Vog­ler stell­te das Zitat „Das Kön­nen ist des Dür­fens Maß“ von Paul Preuß vor und erklär­te, dass Men­schen selbst Ver­ant­wor­tung dafür tra­gen, ihre Fähig­kei­ten rea­lis­tisch ein­zu­schät­zen. Am Bei­spiel des Berg­stei­gens zeig­te sie, dass man nur das tun soll­te, was man sicher beherrscht, um Risi­ken zu ver­mei­den und ver­ant­wor­tungs­voll zu han­deln. Das ver­lie­he­ne Zeug­nis bestä­ti­ge die hohe Qua­li­fi­ka­ti­on der Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten, doch damit ist auch der Auf­trag ver­bun­den, das attes­tier­te Kön­nen auch in Zukunft ste­tig wei­ter­ent­wi­ckeln, weil ansons­ten das Dür­fen auf dem heu­ti­gen Niveau ste­hen blei­be. Ent­schei­dend dafür sei der eige­ne Wil­le, Neu­es zu ler­nen, Feh­ler als Chan­cen zu sehen und die per­sön­li­che Kom­fort­zo­ne zu ver­las­sen.
Die Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten wur­den ermu­tigt, neue Her­aus­for­de­run­gen anzu­neh­men, gleich­zei­tig aber ihre Gren­zen und ethi­sche Fra­gen, etwa im Bereich KI oder Medi­zin, zu berück­sich­ti­gen.
Abschlie­ßend wünsch­te die Schul­lei­te­rin im Namen der Schu­le den neu­en staat­lich geprüf­ten Tech­ni­ke­rin­nen und Tech­ni­kern Neu­gier, Erfolg und Gesund­heit auf ihrem wei­te­ren Lebens­weg und gra­tu­lier­te ihnen zu ihrem erreich­ten Ziel.
In sei­ner Key­note zeig­te Nicho­las Bre­del, Geschäfts­füh­rer der SCHÖNE AUSSICHT Ideen­agen­tur GmbH Ful­da, dass eine star­ke per­sön­li­che Mar­ke nicht von einem per­fek­ten Lebens­lauf, son­dern von Authen­ti­zi­tät und Klar­heit über die eige­nen Stär­ken und Wer­te lebt. Bre­del emp­fahl das Iki­gai-Prin­zip als Ori­en­tie­rung, um her­aus­zu­fin­den, was man ger­ne macht, was man gut kann, wofür man gebraucht wird und womit man sei­nen Lebens­un­ter­halt ver­die­nen kann. Fach­wis­sen sei zwar die Grund­la­ge für den beruf­li­chen Erfolg, doch erst Sicht­bar­keit und eine kla­re Posi­tio­nie­rung sor­gen dafür, dass ande­re die eige­nen Fähig­kei­ten wahr­neh­men. Des­halb soll­te jeder ein per­sön­li­ches Pro­fil ent­wi­ckeln, das die eige­nen Wer­te, Zie­le, Stär­ken und die gewünsch­te Wir­kung nach außen beschreibt. Beson­ders wich­tig ist es, sich bewusst zu über­le­gen, wofür man ste­hen möch­te, denn sonst wird man von ande­ren ein­ge­ord­net. Für den beruf­li­chen Auf­bau emp­fahl er vor allem Lin­ke­dIn, da dort Fach­kräf­te sicht­bar wer­den, Netz­wer­ke auf­ge­baut und von Arbeit­ge­bern gefun­den wer­den kön­nen. Erfolg­reich ist dabei, wer regel­mä­ßig hoch­wer­ti­ge Inhal­te zu einem kla­ren The­ma ver­öf­fent­licht und Künst­li­che Intel­li­genz nur als Unter­stüt­zung nutzt statt Bei­trä­ge voll­stän­dig von ihr schrei­ben zu las­sen. Abschlie­ßend ermu­tig­te Nicho­las Bre­del die Zuhö­rer, früh­zei­tig an ihrer per­sön­li­chen Mar­ke zu arbei­ten, sicht­bar zu wer­den und ihren eige­nen Weg selbst­be­wusst zu gestal­ten.
Im Anschluss gra­tu­lier­te Stu­di­en­di­rek­tor Alex­an­der Kleiss als Abtei­lungs­lei­ter der Fach­schu­le für Tech­nik den Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten.
Kleiss freu­te sich in fol­gen­den Schwer­punk­ten und Stu­di­en­rich­tun­gen die Abschlüs­se ver­ge­ben zu dür­fen: 49 in der Fach­rich­tung Maschi­nen­bau; 25 in der Fach­rich­tung Elek­tro­tech­nik und 9 in der Fach­rich­tung Farb- und Lack­tech­nik.
Es folg­te die Aus­zeich­nung der Jahr­gangs­bes­ten, wobei fol­gen­de Absol­ven­ten für die bes­ten Noten­durch­schnit­te geehrt wur­den: Simon Ochs (Maschi­nen­tech­nik Teil­zeit), Tobi­as Rottluff (Maschi­nen­tech­nik Voll­zeit), Max Gabri­el (Farb- und Lack­tech­nik Voll­zeit), Simon Klüber (Elek­tro­tech­nik Teil­zeit) und Vik­tor Manns (Elek­tro­tech­nik Voll­zeit).
Lou­is Eckert (02TVF) resü­mier­te die ver­gan­ge­nen Jah­re aus Sicht der Stu­die­ren­den, oft mit einem Augen­zwin­kern ver­se­hen, bevor die Stu­die­ren­den ihre Zeug­nis­se aus den Hän­den der Klas­sen­lehr­kräf­te Ober­stu­di­en­rat Jörg Abel, Fach­leh­rer Gre­gor Bot­zet, Ober­stu­di­en­rat Flo­ri­an Kaul und Stu­di­en­rat Micha­el Mon­try in Emp­fang neh­men konn­ten.
Den musi­ka­li­schen Akzent setz­te die Leh­rer­band der Fer­di­nand-Braun-Schu­le, durch die die Fei­er einen her­vor­ra­gen­den Cha­rak­ter erhielt.