Vom Kfz-Mechaniker zum Karosserie-Konstrukteur

Mein Weg vom Kfz-Mecha­ni­ker zum Karos­se­rie-Kon­struk­teur

Mich haben Autos schon immer fas­zi­niert, dar­um habe ich nach dem Real­schul­ab­schluss 1995 die Aus­bil­dung zum Kfz-Mecha­ni­ker absol­viert. Schon wäh­rend der Aus­bil­dung woll­te ich wei­ter­kom­men – mit dem rea­lis­ti­schen Ziel »Meis­ter« (was ande­res kann­te ich damals noch nicht) oder dem Wunsch­traum »Autos zu ent­wi­ckeln«. Nach mei­ner abge­schlos­se­nen Berufs­aus­bil­dung trat ich zunächst den Wehr­dienst an und ver­pflich­te­te mich anschlie­ßend für vier Jah­re bei der Bun­des­wehr im Bereich Fahr­zeug­in­stand­hal­tung.

Im Anschluss konn­te ich wei­te­re Berufs­er­fah­rung in einer LKW Werk­statt sam­meln. Wäh­rend­des­sen kam wie­der der Wunsch auf, mich wei­ter­zu­bil­den – zum Meis­ter, jedoch hat ein Band­schei­ben­vor­fall die Rea­li­sie­rung die­ses Wun­sches ver­hin­dert. Nach OP und medi­zi­ni­scher Reha bekam ich die Chan­ce, mich in einem Berufs­för­de­rungs­werk (BFW) beruf­lich neu zu ori­en­tie­ren. Hier habe ich das ers­te Mal von der Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­keit zum Staat­lich geprüf­ten Tech­ni­ker gehört.

Ich habe die Chan­ce wahr­ge­nom­men und 2007 die Wei­ter­bil­dung zum Staatl. gepr. Tech­ni­ker mit der Fach­rich­tung Maschi­nen­tech­nik begon­nen. Als ich die­se Wei­ter­bil­dung 2009 been­det hat­te, begann gera­de die Wirt­schafts­kri­se. Wegen der schlech­ten Arbeits­markt­be­din­gun­gen infor­mier­te ich mich über wei­te­re Fach­rich­tun­gen in der Wei­ter­bil­dung zum Staat­lich geprüf­ten Tech­ni­ker, mich inter­es­sier­te beson­ders der Bereich Karos­se­rie­bau. Schließ­lich habe ich mich an der Fer­di­nand-Braun-Schu­le ein­ge­schrie­ben und 2010 die Wei­ter­bil­dung zum Staat­lich geprüf­ten Tech­ni­ker mit der Fach­rich­tung Karos­se­rie- und Fahr­zeug­tech­nik begon­nen. Nach mei­nem erfolg­rei­chen Abschluss stieg ich 2012 bei der EDAG Group als Karos­se­rie-Kon­struk­teur ein.

Ich lebe nun uner­war­tet mei­nen alten Wunsch­traum vom »Autos ent­wi­ckeln« und habe heu­te jeden Tag inter­es­san­te, abwechs­lungs­rei­che und anspruchs­vol­le Auf­ga­ben. In einer typi­schen Arbeits­wo­che kon­stru­ie­re ich Bau­tei­le und Bau­grup­pen des Karos­se­rie­roh­baus mit Catia V5, füh­re Unter­su­chun­gen für die Ein­hal­tung von Nor­men durch, erstel­le Kon­struk­ti­ons­vor­schlä­ge, bewer­te die Kon­struk­ti­ons­vor­schlä­ge mit Hil­fe von Excel und erstel­le Prä­sen­ta­tio­nen mit Power­point. Die Prä­sen­ta­tio­nen wer­den dann für Bespre­chun­gen mit Kun­den oder mit Kol­le­gen ver­wen­det. Wei­ter­hin erstel­le und pfle­ge ich die not­wen­di­ge Doku­men­ta­ti­on, zu den Bau­tei­len und Bau­grup­pen, die von mir kon­stru­iert wur­den. Mei­ne Kennt­nis­se und Erfah­run­gen als Kfz-Mecha­ni­ker hel­fen mir heu­te beim früh­zei­ti­gen Erken­nung von Pro­ble­men, die bei der Fahr­zeug­ent­wick­lung auf­tre­ten kön­nen.

 

Gre­gor Opper­mann

Kon­struk­teur
EDAG GmbH & Co. KGaA
Fahr­zeug­ent­wick­lung