Meister-BAföG

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) – das so genannte Aufstiegs-BAföG, ehemals »Meister-BAföG« – verfolgt das Ziel, Menschen bei der beruflichen Aufstiegsfortbildung finanziell zu unterstützen und sie zu Existenzgründungen zu ermuntern. Das Gesetz ist ein umfassendes Förderinstrument für die berufliche Fortbildung in grundsätzlich allen Berufsbereichen. Die Fortbildung kann in Vollzeit, Teilzeit, schulisch, außerschulisch, mediengestützt oder per Fernunterricht erfolgen.

  • Die Förderung für die Meisterausbildung wird i.d.R. 1 Jahr, für die Technikerausbildung i.d.R. für 2 Jahre gewährt.
  • Es wird nur eine Maßnahme durch das AFBG gefördert, entweder die Meister- oder die Technikerausbildung.

Förderung durch Unterhaltsleistungen und Fortbildungskosten

  • Bei der Förderung wird unterschieden zwischen Fortbildungskosten für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, Materialkosten eines Meisterstückes usw., die einzeln beantragt werden müssen und monatlichen Unterhaltsleistungen die jeweils für die Dauer von einem Jahr beantragt werden müssen.
  • Fortbildungskosten werden bis zu maximal 15.000 € (Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, Materialkosten eines Meisterstückes) gewährt, wobei davon maximal 40% Zuschuss sind, der nicht zurückbezahlt werden muss.
  • Der maximale monatliche Unterhaltsbeitrag für Alleinstehend beträgt 768 Euro. Dieser setzt sich aus dem Grundbedarf, dem Wohnbedarf, einem Erhöhungsbetrag und eventuellen Zuschlägen zur Kranken- und Pflegeversicherung zusammen. Hiervon sind 333 Euro (43 %)  Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Mit dem Familienstand und Anzahl der Kinder erhöht sich der Unterhaltsbetrag.
  • Bei Vollzeitmaßnahmen wird der Unterhaltsbedarf  einkommens- und vermögensabhängig bezuschusst.
    Der Einkommensfreibetrag beträgt für Sie 290 Euro. Mit weiterer Berücksichtigung einer Werbungskostenpauschale und einer Sozialpauschale ist ein Minijob (450 Euro) anrechnungsfrei. Mit dem Familienstand ändern sich diese Freibeträge.
    Bei Vollzeitmaßnahmen wird das Vermögen erst ab einem Betrag von 45.000 Euro angerechnet. Dieser Freibetrag erhöht sich bei Verheirateten und Verpartnerten, die nicht dauerhaft getrennt leben, um 2.100 Euro. Für jedes Kind erhöht er sich ebenfalls um 2.100 Euro.
    Das Vermögen Ihres Ehe-/Lebenspartners ist anrechnungsfrei. Dies gilt auch für eine angemessene selbst genutzte Immobilie und ein entsprechendes Auto.

Förderung für Techniker oder Meister

  • Während der Technikerausbildung in Vollzeitform werden keine zusätzlichen Fortbildungskosten (auch keine Studiengebühren) erstattet. Dafür wird das Technikerstudium in Vollzeitform zwei Jahre lang gefördert. 24 Monate werden Unterhaltsleistungen gezahlt.
  • Während einer  Meisterausbildung in Vollzeitform, die nur 12 Monate durch Unterhaltsleistungen gefördert wird, werden aber zusätzlich Fortbildungskosten gewährt.    Fortbildungskosten fallen durch zusätzliche Lehrgangs- und Prüfungsgebühren an, die von den prüfenden Kammern (IHK, HK) oder privaten Bildungsträgern erhoben werden. Außerdem fallen Materialkosten für das Meisterstück an. Diese Kosten werden bis zu 40 % bezuschusst. Dieser Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden.
  • Während der Technikerausbildung in Teilzeitform werden Studien-, Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Fortbildungskosten gefördert.

Darlehn der KfW

  • Neben der Gewährung von Zuschüssen zu den Unterhaltsleistungen und den Fortbildungskosten, tritt die Möglichkeit, ein zinsgünstiges Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über die Differenz zwischen Zuschussanteil und maximalem Förderbetrag abzuschließen. Die Zuschussanteile variieren je nach Fördergegenstand (Fortbildungskosten, Unterhaltsbedarf etc.).
  • Nach erfolgreicher Prüfung können nach Antragstellung bis zu 40 % des Darlehens für die Fortbildungskosten erlassen werden.
  • Bei einer Unternehmensgründung nach der Ausbildung können bis zu 66 % des Darlehens für die Fortbildungskosten erlassen werden.
  • Für die Unterhaltsleistungen wird kein Darlehenserlass gewährt.

Anträge und zuständige Behörde

Antragsformulare, Information und persönliche Beratung bekommen Sie bei den Ämtern für Ausbildungsförderung der hessischen Studentenwerke.

Die zuständige Behörde für das Meister-BAföG ist das Studentenwerk in Gießen

Otto-Behaghel-Straße 23,
35394 Gießen
Tel.: (06 41) 4 00 08-4 52 (Herr Rücker)
bzw. (06 41) 4 00 08-4 33 (Frau Kraft)

Detaillierte Informationen bekommen Sie unter dem Link »Aufstiegs-BAföG.de«

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